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Geburt einleiten mit natürlichen Methoden

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Wenn der errechnete Termin für die Geburt da ist, die Wehen aber trotzdem nicht einsetzen, ist die Sorge bei Schwangeren groß. Neun Monate lang trägt man sein Kind während einer Schwangerschaft unterm Herzen, und dann will das Baby nicht raus. Zumeist ist eine Überschreitung aber kein Grund zur Sorge. Unter Umständen kann der Arzt sich aber für eine Geburtseinleitung entscheiden. Wir haben für dich alle Fakten rund um dieses Thema recherchiert.

Wann kommt es zur künstlichen Geburtseinleitung?

Wann kommt es zur künstlichen Geburtseinleitung?

Solltest du ein paar Tage über dem Termin sein, wird dein Frauenarzt nicht gleich die Geburt einleiten. Denn tatsächlich gebären nur wenige Frauen ihr Kind am errechneten Geburtstermin. Ein bisschen Verspätung ist normal. Eine Einleitung kommt erst infrage, wenn es zu einem vorzeitigen Blasensprung gekommen ist oder die Mutter an Diabetes leidet. Zudem gibt es andere Gründe, bei denen die Wehen eingeleitet werden müssen. Dein Gynäkologe wird dich sorgfältig untersuchen und den Geburtstermin neu berechnen. Sollte dieser nicht mit dem Datum übereinstimmen, das ursprünglich berechnet wurde, wirst du regelmäßig kontrolliert. Alle zwei bis drei Tage werden die Bewegungen und der Herzschlag deines Babys geprüft. Auch die Menge des Fruchtwassers wird bestimmt und die Plazenta kontrolliert. Je nach Ergebnis dieser Kontrollen kann der Mediziner sich dann für eine Geburtseinleitung entscheiden. Zudem gibt es Empfehlungen, ab welcher Terminüberschreitung eine eingeleitete Geburt stattfinden kann.

Empfohlene Schwangerschaftswochen für eine Geburtseinleitung

Empfohlene Schwangerschaftswochen für eine Geburtseinleitung

Von der 37. bis zur 39. Schwangerschaftswoche wird dein Arzt keine Geburt einleiten. Ausnahme ist ein hohes Alter der Mutter, also wenn du älter als 40 Jahre sein solltest. Auch wenn du in der 40. bis zum Ende der 40. Woche bist, wird mit der Einleitung noch gewartet. Voraussetzung dafür ist, dass weder bei dir noch deinem Kind Komplikationen zu erkennen sind. Anders sieht es von der 41. bis zum Ende der 41. Woche aus. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Schwangeren empfohlen wird, eine Geburtseinleitung vorzunehmen. Damit möchte man mögliche Folgeschäden durch die lange Schwangerschaft vermeiden. Dazu zählen ein zu hohes Gewicht des Babys bei der Geburt, aber auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt, Kindstod und Mekoniumaspiration. Vor allem wenn die Betroffene älter ist, Übergewicht hat oder raucht, wird eine Geburtseinleitung wahrscheinlicher. Ab der 42. Schwangerschaftswoche ist eine eingeleitete Geburt ebenfalls sinnvoll. Auch ein Kaiserschnitt kann hier empfohlen werden. Denn das Risiko für Folgeschäden beim Baby und der Mutter steigen ab der 42. Woche stark an.

Andere Kriterien für eine Geburtseinleitung

Andere Kriterien für eine Geburtseinleitung

Die Überschreitung des Geburtstermins ist ein Grund, um die Entbindung künstlich herbeizuführen. Es gibt aber auch noch andere Kriterien. So kann es vorkommen, dass sich betroffene Frauen die Einleitung wünschen. Zumeist spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, das Baby auf diesem Weg zu holen. Allerdings sollte die Wunscheinleitung nicht vor der 39. bis zur 40. Schwangerschaftswoche erfolgen. Zudem gibt es sogenannte Risikoschwangerschaften. Bei diesen muss man die Entbindung des Kindes noch vor dem errechneten Termin einleiten. Die Ursachen für eine Risiko-Schwangerschaft sind übrigens vielfältig. Gründe beim Kind sind zum Beispiel ein vorzeitiger Blasensprung, zu wenig Fruchtwasser, eine Verzögerung des Wachstums oder abnehmende Bewegungen. Auch das Risiko für den Kindstod im Mutterleib oder ein unverhältnismäßig großes Baby zählen zu den Ursachen. Bei der Mutter selbst können Schwangerschaftsdiabetes sowie Diabetes Typ 1 und Typ 2 Gründe für eine Risiko-Schwangerschaft sein. Weiters zählen ein hohes Alter bei schwangeren Frauen, Leberfunktionsstörungen und die Schwangerschaftsvergiftung dazu. Also selbst wenn du dir eine natürliche Geburt für dich und dein Kind gewünscht hast, solltest du auf den Rat deines Gynäkologen hören, wenn er dir eine Einleitung empfiehlt.

Geburtseinleitung mit Medikamenten

Geburtseinleitung mit Medikamenten

Die Geburt kann auf unterschiedlichen Wegen eingeleitet werden. In jedem Fall wird der Vorgang stationär von einem Mediziner eingeleitet und kann mehrere Tage dauern. Es gibt Einleitungen mit Medikamenten und mechanische Methoden. Komplikationen, wie sie früher oft aufgetreten sind, kommen heute seltener vor. So gab es damals öfter einen Kaiserschnitt nach einer fehlgeschlagenen Einleitung. Welche Methode dein Arzt wählt, entscheidet er ganz individuell. Es hängt zum Teil von vorherigen Kaiserschnitt-Geburten ab, deinem Gesundheitszustand und dem Zustand des Gebärmutter-Halses. Zudem berücksichtigen Ärzte beim Einleiten auch den Wunsch der Schwangeren. Bei einer Einleitung mit Medikamenten werden entweder Oxytocin oder Prostaglandin verabreicht. Diese Substanzen fördern bei der medikamentösen Geburtseinleitung das Eintreten der Wehen. Das Hormon Oxytocin erhöht den Kalziumgehalt der Gebärmutter-Wand und führt so zu Kontraktionen. Es fördert aber auch die Produktion von Prostaglandinen, die den Muttermund erweichen. Es wird über eine Oxytocin-Infusion verabreicht und meistens dann benutzt, wenn der Muttermund schon weich und reif ist. Prostaglandine hingegen sorgen dafür, dass der unreife Muttermund weicher wird und sich öffnet. Es wird entweder als Tablette oder Scheidenzäpfchen verwendet.

So wird die Entbindung mechanisch eingeleitet

So wird die Entbindung mechanisch eingeleitet

Neben Tabletten und Infusionen gibt es auch noch den Ballonkatheter. Er ist die mechanische Alternative zu Prostaglandin. Er wird der Schwangeren eingeführt und mit Kochsalz gefüllt. Der Ballon übt Druck aus und dehnt das Innere des Muttermundes aus. Darauf reagiert der Körper der Frau mit der Ausschüttung von Prostaglandinen. Und die führt dann zur Reifung des Muttermundes. Zudem kann die Einleitung durch das Eröffnen der Fruchtblase stattfinden. Allerdings wird die Fruchtblase nur dann geöffnet, wenn der Muttermund reif und der Kopf des Kindes in einer guten Lage ist. Abgesehen von diesen Methoden gibt es auch noch den Wehen-Cocktail. Dieser besteht meistens aus Aprikosen-Saft, Rizinusöl, Pflaumen- oder Mandelmus. Das Rizinusöl führt zu starken Bewegungen im Darm und das regt die Gebärmutter dazu an, sich zusammenzuziehen. Allerdings raten Experten Erstgebärenden und Frauen mit einem Muttermund, der noch nicht geburtsbereit ist, von dem Cocktail ab. Denn bei einem ungeöffneten Muttermund geht die Geburt trotz heftiger Wehen nicht los. Zudem kann der Wehen-Cocktail Übelkeit, Durchfall und Darmkrämpfe verursachen. Wenn überhaupt, sollte er nur nach Absprache mit dem Frauenarzt und der Hebamme getrunken werden.

Natürliche Methoden zur Einleitung der Wehen

Natürliche Methoden zur Einleitung der Wehen

Es gibt auch Hausmittel, denen nachgesagt wird, die Wehen in kurzer Zeit auszulösen. Einige dieser Methoden sind aber aufgrund der möglichen Risiken für das ungeborene Kind und den Körper der Frau umstritten. Bevor du zu einer natürlichen Methode greifst, solltest du mit deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme sprechen. Zum Beispiel sollen Ananas ein Enzym enthalten, das die Wehen fördert. Auch scharfes Essen soll die Wehen beginnen lassen – ebenso wie Tee mit Zimt, Nelken, Ingwer, Minze, Kardamon oder Eisenkraut. Oft hört man auch, dass ein Einlauf der beste Weg für den Körper zur Geburtseinleitung ist. Allerdings zeigten Studien, dass diese Methode nicht wirkt. Sollte dein Baby auf sich warten lassen, musst du dir meistens keine Sorgen machen. Wichtig ist es, dass du dich regelmäßig von einem Arzt kontrollieren lasst. Auch Gespräche mit deiner Hebamme können hilfreich sein. Sowohl dein Frauenarzt als auch deine Hebamme haben jahrelange Erfahrung und können dir Tipps geben. Werdende Mütter finden aber auch bei Freunden und Bekannten sowie im Internet Zuspruch. Wenn du besorgt bist und dich die Warterei aufs Kind belastet, kannst du auch mit deinem Partner oder deiner Familie sprechen. Du wirst sicherlich ein offenes Ohr finden und Menschen, die dich unterstützen.

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